Im Netzwerk Die Sportpsychologen haben wir eine Rubrik, die es dir als Sportler ermöglicht, sportpsychologische Fragen zu stellen, die wir dann anonym beantworten, so dass jedem die Antwort zugänglich ist und du dir deine Anregungen mitnehmen kannst.

Diesmal eine Frage zum Thema: Schlafverhalten im Sport

“Die Situation: Ich bin Jugendtrainer und spiele selber in einer Herrenmannschaft in der fünften Liga. Nach doppelten Trainingseinheiten mit beiden Mannschaften nacheinander fällt es mir schwer, abends meine Gedanken und die damit verbundenen Emotionen abzuschalten. Dies sorgt dafür, dass ich mehrere Stunden wach im Bett liege und nicht einschlafen kann. Da ich erst gegen 22 Uhr ungefähr zuhause bin, fällt es mir schwer, eine gesunde Schlafhygiene und sonstige Nachtrituale einzuhalten.
Die Frage: Wie kann ich meine Gedanken und Emotionen aus den Trainings abends vor dem Schlafengehen ausschalten?!”

Antwort von: Maria Senz (zum Profil)

Lieber Sportler,
herzlichen Dank für deine Offenheit und dein Vertrauen. Ich finde es eine schöne Sache, sich Gedanken über etwas zu machen und das Ganze mit Emotionen zu verbinden. Aus deiner beschriebenen Situation entnehme ich, dass dich diese Gedanken und Emotionen wach halten, obwohl du lieber einschlafen möchtest. Dabei bringst du schon zwei Ideen für dich mit: gesunde Schlafhygiene und Nachtrituale. Meine Frage an dich: Was verbindest du mit gesunder Schlafhygiene oder Nachtritualen und was kann beides bei dir bewirken?
Zu deiner Frage fallen mir im ersten Schritt aus der “Ferne” zwei Ideen ein:
  1. Je nachdem, was deine Gedanken und Emotionen bei dir auslösen, brauchst du vielleicht eine Art Ventil, über das du sie von dir „befreist“. Was kann ein derartiges Ventil sein? Ab wann und wie kannst du es einsetzen und aktivieren? Welches Geräusch verbindest du mit dem Ventil? Lass dir dieses Geräusch immer wieder im Ohr erklingen und spür, was es mit dir macht.
  2. In welchen Situationen kannst du besonders gut einschlafen? Welches Gefühl ist da vordergründig? Welches Bild taucht dann in deinem Kopf auf? Was siehst du und verbindest du mit diesem Bild (Gefühl, Geräusch, Duft, Geschmack)? Welche Gedanken sind dabei präsent? Was kannst du dafür tun, um dieses Bild beim Schlafengehen parat zu haben? Wer/ was kann dich dabei unterstützen?
Vielleicht kannst du auf dieser Grundlage deine individuell passenden Nachtrituale entwickeln, die bereits direkt nach deinen Trainingseinheiten beginnen können. Und habe Geduld mit dir. Es ist wie das Erlernen eines routinierten Bewegungsablaufs. Es braucht Zeit zum Ausprobieren, Üben und Anpassen.
Weitere Handlungsempfehlungen zu diesem Thema liest du im vollständigen Artikel bei Die Sportpsychologen: